Histaminunverträglichkeit bei Babys und Kleinkindern

Bei der Histaminunverträglichkeit spricht man von einer Stoffwechselstörung. Wenn körpereigene Enzym Diaminoxidase – welches primär für den Abbau von Histamin verantwortlich ist – nicht ausreichend vorhanden ist, können verschiedene Symptome auftreten.

Diese Stoffwechselstörung ist angeboren, deshalb können auch Babys und Kleinkinder darunter leiden, auch wenn die Histaminunverträglichkeit in der Regel erst mit dem Erwachsen werden auftritt.

Was ist Histamin?

Histamin ist ein sogenanntes biogenes Amin, welches eine sehr zentrale Rolle im menschlichen Körper spielt. Es nimmt zum Beispiel eine bestimmende Rolle im Immunsystem ein, indem es für die Abwehr körperfremder Stoffe verantwortlich ist. Unter anderem regelt Histamin die Produktion der Magensäure und sorgt für Erbrechen, damit Giftstoffe den menschlichen Körper wieder verlassen (weitere Infos siehe Histamin).

Histaminunverträglichkeit und Ernährung

Die Histaminunverträglichkeit steht in einem unmittelbaren Zusammenhang zur eigenen Ernährung. So gibt es eine ganze Menge Lebensmittel, die histaminarm oder histaminreich sind.

histaminarme Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Äpfel, Aprikosen und Birnen
  • Erbsen, Mais und Bohnen, Gurke
  • Brot- und Backwaren ohne Hefe
  • Fisch (frisch)
  • Fleisch (unbehandelt)
  • Grüner Salat (ohne Essig)
  • Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • pasteurisierte Milch
  • Mineralwasser
histaminhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Ananas
  • Erdbeeren
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Spinat
  • verschiedene Käsesorten
  • Creme Fraiche und Naturjohgurt
  • Salami und Speck
  • Hering und Räucherlachs

Histaminunverträglichkeit erkennen

Es gibt verschiedene Ansätze, wie man die Histaminunverträglichkeit (auch bei Babys und Kleinkindern) testen kann. Wirklich belastbar ist nach wie vor allerdings nur die sogenannte Eliminationsdiät. Hierbei handelt es sich um eine Auslassdiät, es wird also über mehrere Wochen auf histaminreiche Lebensmittel verzichtet. Gerade zu Beginn empfiehlt es sich, nur Reis und Kartoffeln zu sich zu nehmen, nach einigen Tagen sollten dabei die Beschwerden schon deutlich abklingen.

Nach etwa zwei Wochen kann man damit beginnen, wieder einzelne (histaminarme) Lebensmittel zu sich zu nehmen. Bleiben die Beschwerden weg, vertragen sie diese Lebensmittel gut und können sie zukünftig auf den Speiseplan nehmen. Treten die Beschwerden wieder auf, wissen Sie welches Lebensmittel Sie zukünftig lieber meiden sollten.

Wenn sich die Histaminunverträglichkeit bei Ihnen bzw. Ihrem Baby oder Kind bestätigt, ist eine Ernährungsumstellung wichtig.

Frühzeitige Erkennung bei Babys und Kleinkindern

Histaminunverträglichkeit_Babys und KleinkinderWenn Sie bei Babys bzw. Kleinkindern die Beikost einführen (5 – 12 Lebensmonat) ist für Sie als Elternteil der Zeitpunkt gekommen, um auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu achten.

In einigen wenigen Fällen reagieren Babys schon auf das Histamin in der Muttermilch. Darüber hinaus gibt es natürlich Kinderkrankheiten, die auf einer Unverträglichkeit basieren können. So kann beispielsweise hinter der Dreimonatskolik eine Nahrungsmittelunverträglichkeit stecken. Wenn Sie den Verdacht haben, sprechen Sie es unbedingt bei Ihrem nächsten Besuch beim Kinderarzt an!

Wichtig ist, auch bei der ersten Nahrung wie z.B. Brei schon darauf zu achten, dass Sie nicht zu viele Sorten durcheinander geben, sondern diese nacheinander wechseln. Dies hilft, Unverträglichkeiten auf einzelne Sorten bzw. Lebensmittel festzustellen. Dies hilft dann auch bei der Erkennung einer möglichen Histaminunverträglichkeit.

Empfehlenswerte Literatur

Wir möchten Ihnen das Buch „Gesunde Babykost: Reizarme Rezepte für sensible Babys“ empfehlen, welches bei Amazon verfügbar ist. Dieses Buch bietet einen sicheren Einstieg in die Beikost bei Kindern mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Intoleranzen. Außerdem beschäftigt es sich mit den Fragestellungen von Eltern: Was gebe ich meinem Baby, wenn es unter einer Allergie, einer Unverträglichkeit wie Histamin-Intoleranz, Laktose-Intoleranz, Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) leidet?

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