Ernährungsumstellung bei Histaminunverträglichkeit

Da jeder anders auf Histamin und histaminhaltige Lebensmittel reagiert, ist die generelle Ernährung bei einer Histaminunverträglichkeit nicht so einfach. Was der eine gar nicht verträgt, kann der andere in geringen Mengen essen. Deshalb ist auch die Ernährungsumstellung beim Verdacht auf Histaminunverträglichkeit nicht so ganz einfach.

Wann ist die Ernährungsumstellung ratsam?

Wenn Sie vermehrt Symptome der Histaminunverträglichkeit feststellen, empfiehlt es sich, die Histaminunverträglichkeit zu testen. Hierfür eignet sich gerade am Anfang die Eliminationsdiät. Dies ist (leider) nach wie vor die einzig belastbare Möglichkeit, eine Histaminunverträglichkeit zu erkennen.

Vor der Eliminationsdiät sollte geklärt sein, ob Sie an weiteren Intoleranzen und/oder Allergien leiden. Das zu wissen ist wichtig, um den Erfolg der Diät einordnen zu können.

Wie geht man bei der Ernährungsumstellung am besten vor?

Gerade zu Beginn der Eliminationsdiät ist es ratsam, mit so wenig Lebensmitteln wie möglich zu starten. Das bedeutet, dass Sie am Anfang der Ernährungsumstellung idealerweise für knapp zwei Wochen nur Kartoffeln und Reis zu sich nehmen. Das klingt zwar langweilig (ist es leider auch), hilft aber sehr, den Histaminspiegel in den Griff zu bekommen. Wenn Sie an einer Histaminunverträglichkeit leiden, werden Sie ziemlich sicher in dieser Phase schon Besserung spüren und die Symptome werden abklingen. Nach den zwei Wochen erweitern Sie Ihre Ernährung um andere, histaminarme Lebensmittel.

Es empfiehlt sich, während der Ernährungsumstellung ein Tagebuch zu führen. Was haben Sie Morgens, Mittags, Abends gegessen und wie haben Sie sich gefühlt. Sind Symptome aufgetreten? Wenn ja, welche? Haben Sie Medikamente zu sich genommen und sich danach schlechter gefühlt? Das hilft, um einzelne „Übeltäter“ zu erkennen und diese zukünftig zu vermeiden. Denn auch hier gilt: Jeder reagiert anders auf die einzelnen Lebensmittel.
Es wird vermutlich vorkommen, dass Sie auf unterschiedliche Gerichte ähnlich reagieren. Hier ist es oft so, dass einzelne Zutaten in den Gerichten identisch sind. Deshalb schreiben Sie am Besten auch eine ungefähre Angabe zur Menge der Zutaten mit auf.

Nach etwa vier bis sechs Wochen wird ein sogenannter Provokationstest durchgeführt. Hierbei essen Sie absichtlich etwas histaminreiches, um eine entsprechende Reaktion des Körpers zu erhalten. Wenn Sie unter Histaminunverträglichkeit leiden, ist dieser Schritt zwar nicht schön, aber danach haben Sie endlich Gewissheit und wissen, was los ist. Auch hier gilt wieder: Jeder reagiert anders. Daher führen Sie diesen Test bitte nur unter ärztlicher Aufsicht oder zumindest nach Rücksprache mit Ihrem Arzt durch!

Ernährungsumstellung nach der Eliminationsdiät

Wenn die Diagnose Histaminunverträglichkeit bestätigt ist, sollte wieder eine ausgewogene Ernährung aufgebaut werden. Es ist natürlich ratsam, weiterhin auf histaminarme Lebensmittel zu setzen, allerdings ist die Toleranzgrenze wie bereits angesprochen bei jedem anders. Deshalb sollten die Auflistungen der histaminarmen und histaminhaltige Lebensmittel nur als Orientierungshilfe gelten und das Ziel der Aufbau einer eigenen Liste sein.
Bei der Ernährungsumstellung auf die ausgewogene Ernährung empfiehlt es sich, alle zwei Tage eine neue Zutat zu verwenden bzw. zu dem Essen dazu zunehmen. Es empfiehlt sich sogar, diese Zutat in alle drei Mahlzeiten (sprich Morgens, Mittags, Abends) einzubauen. Treten im Anschluss an die Nahrungsaufnahme Symptome auf, dann wissen Se, das diese Zutat lieber nicht auf den Einkaufszettel sollte. Treten am gleichen und am nächsten Tag keine Symptome auf, haben Sie ein „gutes Lebensmittel“ für Ihre persönliche Liste gefunden.

Ernährungsumstellung durch Medikamente unterstützen

Es gibt verschiedene Medikamente, die man bei einer Histaminunverträglichkeit nehmen kann und natürlich die, die man nicht nehmen sollte. Sehr weit verbreitet ist das sogenannte DAOSiN. Hierbei handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, von dem sehr viele Patienten berichten, dass es eine positive Wirkung hat. Bei einer Histaminunverträglichkeit stimmt meist das Verhältnis zwischen Zufuhr und Abbau von Histamin nicht. Für den Abbau von Histamin ist primär das Enzym „Diaminoxidase“ verantwortlich, welches dann nicht ausreichend im Körper enthalten ist. Das Medikament DAOSiN enthält genau dieses Enzym und führt dies dem Körper wieder zu.

Der Hersteller empfiehlt, zwei mal täglich eine Kapsel zu sich zu nehmen. Sehr viele Patienten machen dies aber nicht. Zum einen sind die Kapseln nicht ganz günstig, zum anderen meist auch nicht notwendig, wenn man eine histaminarme Ernährung hat.
Wenn Sie allerdings mal nicht wissen, ob und wie viel Histamin in einem Essen ist (weil Sie z.B. irgendwo eingeladen sind oder ins Restaurant gehen), dann ist das DAOSiN eine sehr gute Ergänzung.

Hier finden Sie weitere Infos zu DAOSiN und anderen Medikamenten.

Fazit

Die Ernährungsumstellung hin zu einer histaminarmen Ernährung wird die Histaminunverträglichkeit nicht heilen. Auch ist die Umstellung ein langer Prozess, der eigentlich nie so richtig endet. Aber schon nach kurzer Zeit werden Sie teilweise Besserungen spüren und die Symptome werden weniger.
Immer wieder berichten Patienten, dass chronische Entzündungen weniger aufkommen. Auch die Nährstoffaufnahme durch den Darm funktioniert wieder deutlich besser, weil der Körper sich erholt. Durch die Erholung nehmen die Empfindlichkeiten ein wenig ab und man verträgt wieder etwas mehr.

Daher unser Rat: Nur Mut und Geduld bei der Ernährungsumstellung, Ihr Körper wird es Ihnen danken. Und dann geht es auch Ihnen besser!

Erfahrungen der Ernährungsumstellung

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Ernährungsumstellung gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Unterstützung, die Sie anderen damit geben!

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